Ein neuer Fernradweg verbindet Altmark, Wendland und Lüneburger Heide

 

(djd). Mehr Störchen und Wildgänsen begegnen als anderen Urlaubern: Auf den abgeschiedenen Wegen durch dichte Wälder und grüne Auen sowie in den schattigen Alleen und malerischen Dörfern entlang des neuen „Hanse-Wendland-Radwegs“ ist dies möglich. Er führt durch Altmark, Wendland und Lüneburger Heide in einer großen Runde über 163 Kilometer durch weitgehend flache Landstriche und verbindet Niedersachsen und Sachsen-Anhalt über die ehemalige deutsch-deutsche Grenze hinweg. Die Eckpunkte bilden die Städte Uelzen, Salzwedel und Lüchow, die zur Blütezeit der Hanse wichtige Marktplätze waren. Denn wo sich heute im Dreieck zwischen Hamburg, Hannover und Berlin eine weite verkehrsarme Landschaft erstreckt, lagen im Mittelalter bedeutende Handelsrouten. Uelzen und Salzwedel als Mitglieder der Hanse und das wendländische Lüchow waren auf Flachsanbau, Leinweberei und Tuchhandel spezialisiert. So lassen sich am Hanse-Wendland-Radweg auch manche Zeugen der reichen Geschichte entdecken.

 

Rundlingsmuseum am Hanse-Wendland-Radweg
Etappenziel im Wendland: Das Rundlingsmuseum Lübeln bringt die einzigartigen Dörfer der Region näher.
Foto: djd/HeideRegion/Kathrin Arlt

 

Etappenziele mit Bahnanbindung

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Der neue Fernradweg ist eine Rundtour, die sich in drei oder mehr Etappen teilen lässt. Über die Bahnhöfe in Salzwedel, Schnega, Wieren, Stederdorf, Uelzen und Bad Bodenteich ist der Hanse-Wendland-Radweg mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreichbar. Außerhalb der größeren Ortschaften gibt es nicht in jedem Dorf Unterkünfte, Restaurants oder Supermärkte. Deshalb bieten viele Übernachtungsbetriebe Lunchpakete an. Zur Saison 2021 wird der frisch eröffnete Hanse-Wendland-Radweg in den Landkreisen Uelzen und Lüchow-Dannenberg beschildert. Das Teilstück im Altmarkkreis folgt später. Mit der kostenlosen Radkarte und den GPS-Daten, erhältlich unter www.hansewendlandradweg.de**, ist die Route aber schon jetzt gut zu finden.

 

Burg Bodenteich am Hanse-Wendland-Radweg
Ritter und Radler: Burg Bodenteich in der Lüneburger Heide lädt zu Zeitreisen ein.
Foto: djd/HeideRegion/Jürgen Clauss

 

Feldsteinkirchen und Burgruinen

In den Dörfern erinnern die urigen Kirchen und Kapellen entlang des „Hanse-Wendland-Radwegs“ an die Hansezeit. Gebaut aus Feldsteinen und Findlingen, die seit der Eiszeit die Landschaft prägen, zählen sie heute zu den ältesten erhaltenen Bauwerken in Deutschland. Das Wendland beeindruckt mit seinen einzigartigen Rundlingsdörfern, deren Geschichte und Besonderheiten im Rundlingsmuseum Lübeln spannend erzählt wird. In der Altmark ist das Schloss Tylsen eine besondere Sehenswürdigkeit: Einst ein prachtvoller Renaissancebau, wirkt seine bizarre Ruine heute märchenhaft und mystisch. Eine andere Art der Zeitreise bietet dagegen die ehemalige Wasserburg in Bad Bodenteich: Im Burgmuseum und Robin-Hood-Castell, auf dem Lehrpfad zur Medizingeschichte und dem „400 Wasser-Barfußpfad“ wird das Treiben der mittelalterlichen Händler, Gaukler und Ritter wieder lebendig.

 

Ruine von Schloss Tylsen am Hanse-Wendland-Radweg
Die Ruine von Schloss Tylsen ist ein Must-see für alle Besucher der Altmark.
Foto: djd/HeideRegion/Kathrina Arlt

 

Der neue Hanse-Wendland-Radweg

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Der neue „Hanse-Wendland-Radweg“ führt in einer großen Runde über 163 Kilometer durch Altmark, Wendland und Lüneburger Heide. Doch wo sich heute im Dreieck zwischen Hamburg, Hannover und Berlin eine weite verkehrsarme Landschaft erstreckt, lagen im Mittelalter bedeutende Handelsrouten. Die Städte Uelzen und Salzwedel als Mitglieder der Hanse und das wendländische Lüchow waren auf Flachsanbau, Leinweberei und Tuchhandel spezialisiert. Am Wegesrand laden uralte Kirchen und Kapellen aus Feldsteinen, die Rundlingsdörfer im Wendland, die Ruine von Schloss Tylsen und die ehemalige Wasserburg in Bad Bodenteich zu Zeitreisen ein. Eine kostenlose Radkarte und GPS-Daten stehen unter www.hansewendlandradweg.de** bereit.

 

Feldsteinkapelle in Wieren am Hanse-Wendland-Radweg
Die Feldsteinkapelle in Wieren stammt aus dem 12. Jahrhundert.
Foto: djd/HeideRegion/Jürgen Clauss