Ein Rundgang durch das sagenhafte Bautzen sorgt für Spannung und Gänsehaut

(djd). Trutzig erhebt sie sich auf einem Felsensporn über der Spree. Die erhabene Lage der Stadt Bautzen hat es ihren Angreifern nicht leicht gemacht. Feindliche Übergriffe gab es in der über 1.000-jährigen Geschichte zahlreiche, darunter von Hussiten, Sachsen und Schweden. Im Mittelalter entstanden zudem zahlreiche Wehrtürme – eindrucksvolle Zeugnisse einer bewegten Vergangenheit. Und als würden die verbrieften Ereignisse von damals die Fantasie nicht schon genug anregen, ranken sich um viele historische Orte in der Stadt auch noch spannende Sagen, die für Gänsehaut sorgen.

 

Trotz ihrer erhabenen Lage und den dicken Mauern wurde die Nicolaikirche seit ihrem Bau im 15. Jahrhundert mehrfach belagert und verwüstet. Von ihrem gut erhaltenen Wehrgang aus hat man eine tolle Aussicht über das Tal der Spree.
Trotz ihrer erhabenen Lage und den dicken Mauern wurde die Nicolaikirche seit ihrem Bau im 15. Jahrhundert mehrfach belagert und verwüstet. Von ihrem gut erhaltenen Wehrgang aus hat man eine tolle Aussicht über das Tal der Spree.
Foto: djd/Stadt Bautzen/Norman Paeth

 

Beim Rundgang durch verwinkelte Gassen und vorbei an alten Mauern begleiten einen beispielsweise diese schön-schaurigen Geschichten:

– Die bekannteste Bautzener Sage ist die zur „Alten Wasserkunst“, die Ende des 15. Jahrhunderts die Bevölkerung mit Trinkwasser versorgte und in ihrer ursprünglichen hölzernen Form vom Franziskanermönch Martin Gregor errichtet wurde. Nach der einjährigen Bautätigkeit sollte er seinen Kopf dafür hinhalten, dass die Anlage funktionierte. Wie groß muss sein Schreck gewesen sein, als zunächst kein Wasser floss. Zum Glück hatte der Mönch eine Eingebung im Traum, dass ein Tier die Leitung verstopfte – und richtig, er fand eine dicke Kröte in der Röhre sitzend. Als er diese entfernt hatte, floss auch das Wasser. Blickt man heute auf die im Laufe der Zeit mehrfach modernisierte Technik kann man die Anspannung und den Erfolgsdruck des bemitleidenswerten Mönches gut nachempfinden.

 

In den Ruinen der Nicolaikirche befindet sich ein beeindruckender Friedhof. Hier ruhen vor allem sorbische Katholiken.
In den Ruinen der Nicolaikirche befindet sich ein beeindruckender Friedhof. Hier ruhen vor allem sorbische Katholiken.
Foto: djd/Stadt Bautzen/Jens-Michael Bierke

 

– Am Nicolaiturm, der einst den Zugang vom Spreetal zur Stadt schützte, befindet sich ein Schlussstein, auf dem der Kopf des ehemaligen Stadtschreibers Peter Preischwitz abgebildet ist. Dieser soll 1429 die Stadt verraten und den angreifenden Hussiten das Tor geöffnet haben. Die Strafe der Bautzener ereilte ihn und sein abgeschlagener Kopf soll eine lange Zeit am Tor des Nicolaiturms gehangen haben.

 

Blick vom Schützenplatz auf die Ruine der Nicolaikirche und die Ortenburg.
Blick vom Schützenplatz auf die Ruine der Nicolaikirche und die Ortenburg.
Foto: djd/Stadt Bautzen/Peter Wilhelm

 

– Der alten Ortenburg gegenüber erhebt sich der sogenannte Protschenberg. Laut einer alten Sage soll es tief im Berg eine Höhle mit unermesslichen Gold-Schätzen geben, die von drei alten Männern mit langen, weißen Bärten bewacht werden. Den Eingang dieser geheimnisvollen Höhle markiert heute nur noch ein kleines Felsenloch, das nicht weit in die Tiefe reicht. Auch wenn einem der Zugang zum Schatz also verwehrt bleibt, so genießt man von hier zumindest einen wunderbaren Ausblick auf die Altstadt.

Speziell für Familien und Sagen-Fans ist in der Tourist-Info ein illustrierter Kinderstadtführer erhältlich. Er beschreibt einige Sagen mit dem dazu passenden individuellen Rundgang.

 

Ein Teil der Ortenburg wurde Anfang des 19. Jahrhunderts als Gefängnis genutzt. Hier verbüßte auch der berühmte Oberlausitzer Räuberhauptmann Karasek seine Strafe.
Ein Teil der Ortenburg wurde Anfang des 19. Jahrhunderts als Gefängnis genutzt. Hier verbüßte auch der berühmte Oberlausitzer Räuberhauptmann Karasek seine Strafe.
Foto: djd/Stadt Bautzen/Jens-Michael Bierke

 

Geheimnisvolle Stadtführungen

Wer noch mehr Mythen und sagenhafte Geschichten erfahren möchte, kann sich auch einer der öffentlichen Stadtführungen anschließen. Ob als Tuchhändler, Türmer, Stadthauptleute oder Hexenmeister – spannend und immer mit einem Augenzwinkern werden die Themen dargebracht. So lädt beispielsweise Mönch Eusebius zu einer Zeitreise durch das Mittelalter ein, mit Geschichten um Glaube und Aberglaube, Liebe, Hass und Verrat. Nichts für Zartbesaitete ist der Rundgang mit Scharfrichter Meister Hans, der zu den Orten grausigen Treibens führt. Informationen erhält man in der Tourist-Information oder unter www.tourismus-bautzen.de.

 

Vom Protschenberg aus genießt man einen wunderbaren Ausblick auf die Altstadt.
Vom Protschenberg aus genießt man einen wunderbaren Ausblick auf die Altstadt.
Foto: djd/Stadt Bautzen/Holger Hinz

 

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