Wiesen, Moor und Wälder: Die anderen Seiten der Lüneburger Heide

(djd). Violett, Pink und Rosa sind die Farben, die man untrennbar mit der Lüneburger Heide verbindet. Doch im Frühjahr ist für wenige Wochen wolliges Weiß die Farbe der Saison. Dann nämlich steht das Wollgras in voller Blüte und lockt nicht nur Besucher, sondern auch viele Einheimische in die Moore des niedersächsischen Naturschutzgebietes. Alle können dann eine Entdeckungsreise durch die unbekanntere Seite der Lüneburger Heide unternehmen.

 

Radler finden rund um Schneverdingen beste Bedingungen für ihr Lieblingshobby.
Radler finden rund um Schneverdingen beste Bedingungen für ihr Lieblingshobby.
Foto: djd/Erlebniswelt Lüneburger Heide GmbH

 

Blaue Frösche und weiße Wolle

Direkt vor den Toren der Heideblütenstadt Schneverdingen liegt das Pietzmoor, ein kleines Paradies, in dem sich viele seltene Tier- und Pflanzenarten nach der Renaturierung wieder angesiedelt haben. Darunter der Moorfrosch, der jetzt, zur Paarungszeit, in Blau statt in dezentem Grün durchs Schilf hopst. So können ihn die quakenden Damen nicht übersehen – und die Besucher auch nicht. Werden die Tage langsam wärmer, vollzieht sich ein weiterer Farbwechsel: Das Moor verwandelt sich in ein Meer aus weißen Wattebäuschen – das Wollgras blüht in voller Pracht. Fast fühlt es sich an, als durchwandere man eine Baumwollplantage in den Südstaaten durch – mitten in Niedersachsen. Kaum ist dieses Spektakel vorbei, erwacht das Moor erst richtig zum Leben: Libellen sausen über die stillen Wasserflächen, Eidechsen flitzen um die Wette, und Kreuzottern ringeln sich genüsslich in der Sonne.

 

Zur Paarungszeit machen die Moorfrosch-Männchen Blau - und erobern so die Weibchen.
Zur Paarungszeit machen die Moorfrosch-Männchen Blau – und erobern so die Weibchen.
Foto: djd/Schneverdingen Touristik

 

Der Weg ist das Ziel

Am besten entdecken lässt sich das Pietzmoor in Begleitung eines kundigen Gästeführers, der die Natur hier kennt wie seine Westentasche. Öffentliche Rundgänge werden mehrmals pro Woche angeboten, mehr Informationen gibt es unter www.schneverdingen-touristik.de**. Auch Wunschtermine sind möglich, doch auf eigene Faust lohnt sich der Ausflug über den 4,5 Kilometer langen Rundwanderweg auf befestigten Holzbohlen und den Moorerlebnispfad ebenfalls. Infotafeln an unterschiedlichen Stationen zeigen anschaulich, was hier in dieser Wunderwelt alles kreucht und fleucht. Radler können von Schneverdingen aus zu unterschiedlichen Themen-Touren aufbrechen und die schönsten Sehenswürdigkeiten miteinander verbinden, etwa auf der „Heide-Erlebnis-Tour“, die auf 125 Kilometern im Rundkurs durch das Naturschutzgebiet führt. In Schneverdingen selbst ist der Besuch des Heideblütengartens fast schon Pflicht. Rund ums Jahr sind hier mehr als 180.000 Heidepflanzen zu bewundern.

 

Gut besucht sind immer die geführten Wanderungen durch das Pietzmoor - Lüneburger Heide
Gut besucht sind immer die geführten Wanderungen durch das Pietzmoor.
Foto: djd/Schneverdingen Touristik

 

Kurztrip in die Lüneburger Heide

Ideal zum Schnuppern ist ein Kurztrip in die Lüneburger Heide. Pauschalen wie „Moorgenuss“ beinhalten neben zwei Übernachtungen und Frühstück in Schneverdingen auch eine geführte Wanderung durch das Pietzmoor. Die lohnt sich immer, denn das Moor zeigt sich zu jeder Jahreszeit von einer anderen Seite. Ebenfalls im Angebot enthalten sind eine zweistündige Kutschfahrt sowie ein Abendessen mit heidetypischen Spezialitäten. Weitere Informationen, Termine und Preise gibt es unter www.schneverdingen-touristik.de**.

 

Bevor die Heide richtig blüht, verzaubert das Wollgras mit seinen weißen Wattebauschen Einheimische und Gäste - Lüneburger Heide
Bevor die Heide richtig blüht, verzaubert das Wollgras mit seinen weißen Wattebauschen Einheimische und Gäste.
Foto: djd/Schneverdingen Touristik