Sonderausstellung erzählt die Geschichte von der Laufmaschine zum E-Bike

 

(djd). Es fährt leise, emissionsfrei und ökologisch – und fast jeder besitzt eins. Das Fahrrad ist allgegenwärtig. Mit elektrischer Zusatzkraft hat das Gefährt in den vergangenen Jahren einen enormen Boom erfahren, zudem gilt Radfahren als besonders gesund. Was allerdings nur wenige wissen: Erfunden wurde der Vorgänger heutiger Fahrräder bereits vor gut 200 Jahren. Zu einer spannenden Zeitreise von der Laufmaschine bis zum E-Bike lädt bis zum 6. Oktober 2019 die Sonderausstellung „Rauf aufs Rad“ der Museen des Märkischen Kreises auf Burg Altena und im Deutschen Drahtmuseum ein.

 

Sonderausstellung - darunter auch dieses Dreirad aus England, Baujahr 1883. Eine Leihgabe aus dem Deutschen Fahrradmuseum Bad Brückenau.
Echte Raritäten aus der Geschichte des Fahrrades zeigt die neue Sonderausstellung – darunter auch dieses Dreirad aus England, Baujahr 1883. Eine Leihgabe aus dem Deutschen Fahrradmuseum Bad Brückenau.
Foto: djd/Heinz-Dieter Wurm

 

Das Fahrrad ist allgegenwärtig

Rund 73,5 Millionen Fahrräder sind heute auf deutschen Straßen unterwegs. Wer hätte das gedacht, als die Laufmaschine im Jahr 1817 erstmals über eine Chaussee rollte? Die großen Steigerungsraten der vergangenen Jahre seien vor allem dem Boom des Pedelcs zu verdanken, berichtet Dr. Agnes Zelck, wissenschaftliche Mitarbeiterin bei den Kreismuseen und verantwortlich für die Ausstellung: „Die Unterstützung der Muskelkraft beim Fahrradfahren ist aber keine Erfindung unserer Tage.“ Bereits 1868 versah der Franzose Louis Guillaume Perreaux ein Tretkurbelrad mit einer spiritusbeheizten Dampfmaschine. Derartige Aha-Erlebnisse erwarten die Besucher an vielen Stellen. Insgesamt 49 Modelle aus verschiedenen Epochen sind hautnah zu sehen, dazu Fotos, Kurzfilme, Trophäen, Textilien und Kunstwerke. Ein nachgebautes und festmontiertes Hochrad vermittelt im Drahtmuseum das Gefühl, ganz weit oben zu sitzen und in die Pedale zu treten. Damit ist die Ausstellung „Rauf aufs Rad“ im Sauerland ein lohnenswerter Ausflug für die ganze Familie sowie für alle Technikfans. Unter www.burg-altena.de** gibt es ausführliche Informationen.

 

Ausprobieren erwünscht. Auf dem Nachbau eines Hochrads können die Ausstellungbesucher das Gefühl erleben, so weit oben zu sitzen und in die Pedale zu treten.
Ausprobieren erwünscht. Auf dem Nachbau eines Hochrads können die Ausstellungbesucher das Gefühl erleben, so weit oben zu sitzen und in die Pedale zu treten.
Foto: djd/Märkischer Kreis/Heinz-Dieter Wurm

 

Eine Zeitreise durch die Entwicklung der Technik

Untergebracht ist die Schau in zwei Gebäuden. Das Deutsche Drahtmuseum rollt insbesondere die technische Entwicklung des „Drahtesels“ auf: beginnend mit der Laufmaschine, über das Tretkurbelrad und das Hochrad bis hin zum Niederrad in dessen unterschiedlichen Ausführungen. Die Museen Burg Altena untersuchen indessen die sich ändernde Bedeutung des „Stahlrosses“, spüren die Anfänge des Frauenradfahrens auf, veranschaulichen den Radsport, stellen Berufe rund ums Fahrrad vor und skizzieren, welche Spuren das Gefährt in der Kunst hinterlassen hat. Ein besonderes Angebot gibt es für sportliche Besucher: Wer mit dem Fahrrad zur Burg kommt, hat freien Eintritt in die Ausstellung. Schummeln gilt aber nicht. Den Gratis-Eintritt gibt es nicht, wenn man das Rad huckepack nimmt und zum Aufstieg den Erlebnisaufzug nutzt.

 

Die Burg Altena im Sauerland beheimatet eine neue Sonderausstellung rund ums Rad.
Die Burg Altena im Sauerland beheimatet eine neue Sonderausstellung rund ums Rad.
Foto: djd/Märkischer Kreis/Stephan Sensen

 

Kostenlose Führungen

Wer mehr Hintergründe zur Geschichte des Fahrrads erfahren möchte, ist bei einem Rundgang durch die Sonderausstellung „Rauf aufs Rad“ in den Museen Burg Altena und im Deutschen Drahtmuseum genau an der richtigen Adresse. Einmal pro Monat gibt es offene, kostenlose Führungen. Zu bezahlen ist lediglich der übliche Museumseintritt. Die nächsten Termine sind jeweils sonntags ab 15 Uhr am 16. Dezember 2018, 20. Januar, 17. Februar, 17. März und 28. April 2019. Zudem können Gruppen während der Museumsöffnungszeiten nach Wunsch auch eigene Führungen durch die Ausstellung buchen. Mehr Informationen und Buchungen sind möglich unter Telefon 02352-9667034 oder per E-Mail an museen@maerkischer-kreis.de.